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Die gefährlichsten Mhyten

Wenn es brennt, habe ich mehr als zehn Minuten Zeit die Wohnung zu verlassen.

Irrtum, Sie haben durchschnittlich nur vier Minuten zur Flucht. Eine Rauchvergiftung kann sogar bereits nach zwei Minuten tödlich sein.

Mein Nachbar oder mein Haustier werden mich rechtzeitig alarmieren.

Eine gefährliche Fehleinschätzung, wenn man nur vier Minuten Zeit hat besonders nachts, wenn Ihr Nachbar schläft und das Haustier im Nebenzimmer ist.

Rauchmelder sind doch viel zu teuer.

Ein guter Rauchmelder ist schon ab ca. 20 Euro erhältlich.

Es ist doch keine Vorschrift einen Rauchmelder zu kaufen.

Derzeit haben 13 Bundesländer eine Rauchmelderpflicht für Neubauten eingeführt - Sachsen gehört aber nicht dazu.

Wer aufpasst, ist vor Brandgefahr sicher.

Stimmt nicht. Elektrische Defekte sind häufig Brandursachen. Auch Brandstiftungen im Keller oder Hausflur sowie Brand in der Nachbarwohnung gefährden Sie ganz unverschuldet.

Steinhäuser brennen nicht.

Das brauhen sie auch nicht, denn schon eine Gardine, Ihre Tapete oder 100g Schaumstoff aus Ihrer Couch kann eine tödliche Rauchvergiftung verursachen.

Rauchmelder als Lebensretter

BrändeFast alle Brandtote fallen nicht den Flammen, sondern den giftigen Rauchgasen zum Opfer, die während der Schwelbrandphase entstehen. 95% der Brandtoten sterben an den Folgen einer Rauchvergiftung der geruchlosen Gase Kohlenmonoxid und Kohlendioxid. Die meisten Brandopfer - 70% - verunglücken nachts in den eigenen vier Wänden. Denn tagsüber kann ein Feuer meist schnell entdeckt und gelöscht werden, nachts dagegen schläft auch der Geruchssinn, so dass die Opfer im Schlaf überrascht werden, ohne die gefährlichen Brandgase zu bemerken.

Brandopfer

 

Außerdem erschwert der Rauch die Orientierung innerhalb der Räumlichkeiten, so dass die Flucht sehr erschwert wird. Bereits das Einatmen einer Lungenfüllung mit Brandrauch kann tödlich sein, deshalb ist der Rauchmelder der beste Lebensretter in Ihrer Wohnung. Der laute Alarm des Rauchmelders warnt Sie auch im Schlaf rechtzeitig vor der Brandgefahr und gibt Ihnen den nötigen Vorsprung, sich und Ihre Familie in Sicherheit zu bringen und die Feuerwehr zu alarmieren.

 

Wo sind Rauchmelder anzubringen?

Grundriss1

In Privathaushalten gehören Rauchmelder am besten in einen zentral gelegenen Raum (Flur) an die Decke in der Raummitte. An der Schnittstelle zwischen Wohn- und Schlafbereich werden somit Schlafende durch den Signalton auf eine drohende Gefahr aufmerksam gemacht. Sie können aber auch in den Schlafräumen installiert werden, vor allem wenn Sie dort elektrische Geräte wie Heizdecken, Fernsehapparate o.ä. benutzen. Auch die Kinderzimmer sollten Sie durch ein zusätzliches Gerät schützen. 

 

Grundriss2In größeren Häusern ist es sinnvoll, die Rauchmelder miteinander zu vernetzen, so dass ein Kellerbrand auch von den in der Wohnung installierten Geräten gemeldet wird. Als Mindestschutz sollte wenigstens ein Rauchmelder pro Wohnung an zentraler Position installiert sein.

In Häusern mit mehreren Stockwerken sollten die Rauchmelder auf jeder Etage montiert werden. Wichtig ist auch ein Rauchmelder im Keller. In der Küche ist eine Installation eher kritisch zu sehen, weil dort durch Koch- und Wasserdämpfe Fehlalarme ausgelöst werden könnten. Im Bad ist auf einen Rauchmelder generell zu verzichten.

Sollten Rauchmelder in Räumen mit Dachschrägen installiert werden, müssen diese waagerecht Positioniert werden, da sonst auftretender Rauch durch die Rauchkammer der Melders hindurchzieht und im schlimmsten Fall kein Alarm auslöst. Dachschrägen bis 20 Grad Neigung können als normale waagerechte Decken angesehen werden.

Bei Dachschrägen über 20 Grad sollte der Rauchmelder mindestens 50cm und maximal 1m von der Dachspitze angebracht werden. Infolge von sogenannten Wärmepolstern kann das Eindringen des Rauches in den Melder behindert werden.

 Montieren Sie Rauchmelder ...

  • immer an der Decke, da der Rauch nach oben steigt
  • möglichst in Zimmermitte
  • möglichst mit 50cm Abstand zu Wänden und Hindernissen

Montieren Sie Rauchmelder NICHT ...

  • in Räumen, in denen eine Temperatur höher als 50°C oder niedriger als 0°C erreicht wird
  • dort, wo Zuglugt den Rauch vom Melder fernhalten kann (Fenster- oder Türnähe)
  • dort, wo durch Dampf, Staub oder hohe Feuchtigkeit Fehlalarme ausgelöst werden können (Bäder, Küchen oder Garagen)
  • in unmittelbarer Nähe zu Beleuchtungskörpern
  • direkt in die Dachspitze (Mindestabstand 50cm)

Wie funktionieren Rauchmelder?

Rauchmelder registrieren schon kleinste Mengen an Brand- bzw. Rauchgas in der Luft. Allerdings funktioniert die Detektion von Rauch nicht bei allen gleich. Grundsätzlich werden Rauchwarnmelder in drei Kategorien eingeteilt:

  • Foto-Optische Rauchmelder
  • Thermo-Optische Rauchmelder
  • Ionisationsrauchmelder

Foto-Optische Rauchmelder

Die am weitesten verbreitete Variante, besitzt eine kleine Lichtquelle in Form einer infrarot LED und durchleuchtet die innere Messkammer des Geräts alle paar Sekunden. Sind nun Rauchpartikel in bestimmter Konzentration in der Kammer vorhanden, wird das Licht in verschiedene Richtungen reflektiert. Das gestreute Licht trifft auf eine Fotozelle, die dadurch leitend wird und ein Signal auslöst. Das Signal wird über eine elektronische Schaltung an eine Sirene weitergegeben, die mit einer Lautstärke von über 85 Dezibel eine Warnmeldung ausstößt.

Funktion Rauchmelder

Thermo-Optische Rauchmelder

Diese Rauchmelder vereinen zwei Funktionen. Die des Foto-Optischen Rauchmelders und eines Wärmemelders. Es gibt also neben der Optischen- auch eine Wärme-Kontrolle. Sie erfassen die Umgebungstemperatur über einen Temperaturfühler. Nachteil ist aber, dass die Raumtemperatur sehr langsam ansteigt. So langsam, dass wenn die Temperatur einen bestimmten Schwellwert erreicht, schon eine tödliche Rauchgaskonzentration vorhanden ist. Nichtsdestotrotz erfasst der Rauchmelder genauso wie der Foto-Optische über die infrarot LED den Qualm. Deswegen Sind Thermo-Optische nicht so weit verbreitet. 

Ionisationsrauchmelder

Diese Art der Rauchmelder gilt als sehr genau und zuverlässig. Zwischen zwei Metallplatten ist ein radioaktiv strahlendes Element eingebracht. Die Alpha- und Betastrahlen erzeugen eine Ionisation in den Metallplatten, wodurch ein elektrischer Stromfluss angeregt wird. Tritt nun schon eine kleine Menge an Rauchgas zwischen die Platten, wird ein Teil der Ionenverbindung durch elektrostatische Anziehung zum Rauch gezogen. Dadurch verringert sich der Stromfluss, den eine interne Messschaltung auswertet. Ist ein Grenzwert unterschritten wird umgehend Alarm ausgelöst. Diese Melder sind hierzulande aber eher selten. Die Strahlung im inneren ist Zwar unbedenklich, aber nur solange diese nicht geöffnet werden. Sie müssen ebenfalls gesondert entsorgt werden. Auswirkung der Strahlung ist besonders kritisch, wenn ein Haus mit diesen Rauchmelder niederbrennt und die Radioaktivität im Brandschutt gebunden ist.

Was ist beim Kauf zu beachten?

  • Das Gerät sollte auf optischer Basis funktionieren.

  • Batteriebetriebene Geräte sollten schwache Batterien anzeigen (durchschnittliche Lebensdauer der Batterie: ca. ein bis drei Jahre).

  • Das Gerät sollte ein CE-Zeichen aufweisen und geprüft sein (GS-Zeichen) oder einer internationalen Norm (BS 5446 Part 1 - Britischer Standard bzw. PrEN ISO 12239 (1995) oder ISO/DIS 12239) entsprechen.

  • Die Geräte sollten über einen Testknopf verfügen.

  • Die Geräte sollten die Möglichkeit einer Vernetzung bieten.

  • Markenhersteller gewähren mehrjährige Garantien.